ART COLOGNE Preis 2018

Julia Stoschek erhält den ART COLOGNE-Preis 2018

Der Schwerpunkt der Julia Stoschek Collection liegt – neben Klassikern wie Gordon Matta-Clark und Nam June Paik – im zeitgenössischen Bereich, in dem sich fast alle maßgeblichen und innovativen Medienkünstler unserer Zeit finden: Marina Abramovic, Ed Atkins, Francis Alys, Doug Aitken, Björk, David Claerbout, Keren Cytter, Simon Denny, Olafur Eliasson, Cyprien Gaillard, Isaac Julien, Bruce Nauman, Pipilotti Rist, Christoph Schlingensief, Ryan Trecartin, Jon Rafman und viele andere, auch jüngere, (noch) unbekannte Künstler, die Stoschek durch Atelierbesuche, viele Reisen und Szenekontakte entdeckt.

„Ich bin überzeugt davon, dass die Zukunft in der Zusammenarbeit liegt und nicht in der Konkurrenz“ – betonte sie jüngst in einem Gespräch. Das Ethos der Kooperation hat in den letzten Jahren mit vielen Leihgaben und internationalen Ausstellungsprojekten, in denen Arbeiten ihrer mittlerweile auf 700 Werke angewachsenen Sammlung gezeigt wurden, Gestalt angenommen.

Julia Stoschek

Eine besondere Rolle spielte eine Ausstellung, die 2015 auf Einladung des Tel Aviver Museum of Art stattfand. Mit der Julia Stoschek Collection wurde in Israel erstmals überhaupt eine deutsche Privatsammlung präsentiert – und dies zum besonderen Anlass des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland seit 1965. Da in den 60er Jahren erste Videokunstwerke produziert wurden, lag der Gedanke einer Verknüpfung nahe, zumal das Medium Film für Künstler viele Möglichkeiten unmittelbarer oder subtiler Positionierung zu gesellschaftlichen relevanten Themen bietet. Der politische Kontext der Medienkunst ist Julia Stoschek sehr bewusst und wird von ihr in Interviews und Statements immer wieder reflektiert.

Julia Stoschek steht in einer exklusiven Reihe von Persönlichkeiten, die mit profundem Engagement eigenwillige Sammlungen zusammengetragen, diese in ihren Museen dem Publikum zugänglich gemacht haben und sich nicht scheuen, für die Erhaltung von Kulturobjekten und für den Betrieb ihrer Ausstellungsinstitutionen erhebliche private Mittel aufzubringen. Zu diesen Sammlern zählen Charlotte Zander (1997), Ingvild Goetz (2001), Frieder Burda (2002) und Harald Falckenberg (2009), die den mit 10.000 Euro dotierten ART COLOGNE-Preis in den zurückliegenden Jahren ebenfalls erhalten haben.

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