FILM COLOGNE - ART COLOGNE 2018

Tangled Unity:
New Histories in Film and Video from Southeast Asia

Kiri Dalena (1975, Philippines) Charles Lim (1973, Singapore) Ho Tzu Nyen (1976, Singapore) Ming Wong (1971, Singapore) Nguyễn Trinh Thi (1973, Vietnam) Tromarama (Indonesia) Hsu Chia-Wei (1983, Taiwan)

Südostasien und seine Geographie ist ebenso vielfältig wie die einzelnen Gesellschaften, die die Region bevölkern. Zwischen zwei Ozeanen gelegen, haben Jahrhunderte der Seefahrt und des Welthandels aus diesem Teil des größten Kontinents der Erde den Knotenpunkt eines weit gespannten Geflechts gemacht – mit einer großen religiösen und politischen Vielfalt. Durch ihre kontinentale Randlage und die nautische Distanz ist die Region gleichzeitig abgelegen genug, um eigenständige Besonderheiten auszuprägen, die sich gegenüber den Einflüssen behaupten konnten, die seit jeher aus allen Himmelsrichtungen auf sie einwirken.

Alle in Tangled Unity: New Histories in Film and Video from Southeast Asia vorgestellten Künstler verbindet, dass sie ihr Hauptaugenmerk auf die von ihnen konstatierte Gefährdung dieses vielschichtigen Erbes legen. Durch das Objektiv der Kamera – und aus der durch ihren eigenen jeweiligen Hintergrund spezifisch geprägten Perspektive – stellen die Künstler die kulturellen, die staatlichen und selbst die materiellen Strukturen des modernen Lebens in dieser Region mit ihrer weit zurückreichenden Geschichte in neue Zusammenhänge. Ihre Arbeiten thematisieren soziale (und spirituelle) Traumata, sezieren das Kräftespiel der Macht, stellen Nationalismen in Frage, setzen Geschlechternormen außer Kraft und feiern die Existenz des Menschen, oft indem sie dokumentarische Ansätze mit fiktiven Narrativen und experimentellen Strukturen verbinden.

Über das bewegte Bild gelingt es den Künstlern, die schwer fassbare zeitliche Dimension ihrer Untersuchungsgegenstände einzufangen, durch die heutige Gegebenheiten eng mit den nachhaltigen Auswirkungen der Vergangenheit verbunden sind. Die Medien Film und Video bieten ihnen die Möglichkeit, große Narrative mit neuen, machtvollen Chronologien zu überschreiben, die Geschichten weitaus vielschichtiger und universeller nachzeichnen als es die kursorischen Grenzen auf einer Karte vermögen. Über das Mehr-Kanal-Format von Installationen und die Verwendung von Artefakten können sie dabei weitere Abstufungen innerhalb ihrer kritischen Betrachtungen vornehmen, indem sie die Heterogenität, die zeitliche Parallelität und die Veränderungen reflektieren, die mit der Geschichte Südostasiens ebenso untrennbar verbunden sind wie mit ihren hier gezeigten Arbeiten.

Text: Patrick J. Reed

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