Die Geschichte der ersten Messe für moderne Kunst von Günter Herzog

1967-1969: 'Kunstmarkt Köln'

Um städtische Förderung für den ersten Kunstmarkt Köln zu erlangen, musste ein Verein gegründet werden. So gründeten Stünke und Zwirner gemeinsam mit sechzehn weiteren Galeristen den 'Verein progressiver deutscher Kunsthändler'.
Gegen das Abtreten der Eintrittsgelder an die Stadtkasse überließ der damalige Kulturdezernent Kurt Hackenberg dem Verein den Kölner Gürzenich. Dort im Foyer und im Festsaal fand vom 13. bis 17. September 1967 der ‚Kunstmarkt Köln `67’ statt. Die teilnehmenden Galerien waren: Galerie Aenne Abels, Köln; Galerie Appel & Fertsch, Frankfurt; Galerie Block, Berlin; Galerie Brusberg, Hannover; Galerie Gunar, Düsseldorf; Galerie Müller, Stuttgart; Galerie Neuendorf, Hamburg; Galerie Niepel, Düsseldorf; op-art Galerie Mayer, Esslingen; Galerie Ricke, Kassel; Galerie Schmela, Düsseldorf; Galerie Springer, Berlin; Galerie Stangl, München; Galerie Thomas, München; Galerie Tobies & Silex, Köln; Galerie van de Loo, München.

Bei Preisen zwischen 20 DM für Grafik und 60.000 DM für Spitzenwerke wurde in nur fünf Tagen der damals sensationelle Rekordumsatz von rund einer Million DM erzielt. Die Sensation wird heute allerdings erst wieder verständlich, wenn man weiss, dass 1967 ein fabrikneuer VW-Käfer 5.150 DM kostete und damit rund dreimal so viel, wie ein repräsentatives Ölbild von Gerhard Richter. Auf dem 'Kunstmarkt Köln' des Jahres 1969 brachen ein deutscher Galerist und ein deutscher Künstler einen weiteren Rekord. René Block verkaufte Joseph Beuys' später als "Das Rudel" bekannt gewordene Arbeit zum Preis von 110.000 DM. Damit hatte Beuys als erster deutscher Künstler die Hunderttausendermarke gerissen.

1970-1973: 'Kölner Kunstmarkt'