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Thomas Rehbein Galerie

Pauline M'barek

07.03.18, 08:00 Uhr

Relikt, 2017
abgegossene Sandlöcher aus Gips / decanted holes made of plaster
80 x 50 x 50 cm

Glance II, 2017
Video, Farbe, HD


Im Werk von Pauline M'barek tritt der Körper als Erkundungsinstrument auf. Als Medium der
Weltaneignung ermöglicht er Erkenntnis, denn der elementare Erfahrungsschatz des Menschen basiert auf Sinneseindrücken, durch welche sich auch die Beziehung zur Umwelt erschließt.
Der Körper ist integraler Bestandteil des Selbst, ermöglicht aber gleichzeitig den Zugang zur Außenwelt. Als Grenze zum Anderen erscheint der Körper gleichermaßen durchlässig, dicht, porös und verschlossen. Sowohl Subjekt als auch Objekt, trägt und hinterlässt er Spuren der Interaktion.

M'barek setzt sich mit Wahrnehmungsprozessen auseinander, die sie aufspürt und bildhaft umsetzt bzw. in eine konkrete materielle Form überführt. M'barek befasst sich somit mit der Freilegung von Spuren subjektiver Wahrnehmungsmomente: "In der Ausstellung Relikte steht die Erkundung der sinnlichen Wahrnehmung durch einen Körper anhand von archäologischen Verfahren des Grabens, Entbergens und Abformens im Mittelpunkt: auf welche Weise lassen sich sinnliche Wahrnehmungen materialisieren?" (M'barek)

In ihrer Werkgruppe RELIKTE transformiert M'barek die vom Körper beim Graben hinterlassene Spuren und damit gleichsam die erfahrenen Sinneseindrücke in plastische Gestalt. Die resultierenden Objekte sind Zeugnisse einer Bewegung von Händen, die tief in den Sand eindringen. Durch blinde, unterirdische Suchbewegungen entstandene Hohlräume werden durch unzählige, feine Gipsschichten abgegossen und als Positiv wieder ausgegraben: "Der Abguß der grabenden Hand wird so zum Relikt, das Loch zum Gefäß, das Negativ zum Positiv." (M'barek) Als Ergebnisse dieser Umwandlung von Aktion in Artefakt offenbaren sich ästhetisch höchst anspruchsvolle gefäßartige Formen, deren grobkörnige und von Muschelpartikeln durchsetzte Außenwand an antike, verkrustete Unterwasserschätze erinnert.

Der Sichtbarmachung des Sehsinns ist die Videoarbeit GLANCE gewidmet, in deren Mittelpunkt ein stark vergrößertes Auge steht, welches beim Beobachten gefilmt wird. Das Auge wird als konkretes, körperliches Sehorgan gefilmt, also in seiner sinnlichen Außenwirkung bzw. Erscheinung. Die Spiegelungen auf seiner glatten, glänzenden, mitunter tränennassen, Oberfläche lassen die umgebende Außenwelt erkennen, zu der auch der eigene Körper gehört. Die Reflektionen verorten zwar den Körper, aus dem heraus das Auge blickt, enthüllen jedoch nicht den Vorgang des Sehens selbst, der sich im Inneren des Körpers abspielt und verborgen bleibt.

Für Pauline M'barek ist der Körper und sein Wahrnehmungsapparat zugleich Untersuchungsgerät und Gegenstand der Untersuchung. Dabei geht es in ihrer Kunst weniger um die Offenlegung eines Ergebnisses, sondern vielmehr um die konkreten körperlichen Äußerungen, die solchen Vorgängen des Aufdeckens und Entdeckens eingeschrieben sind.


(aus einem Text von Bettina Haiss, 2017)

Downloads zu dieser Pressemitteilung:

Pauline M'barek, Ausstellungsansicht, 2017, Thomas Rehbein Galerie
Pauline M'barek, Ausstellungsansicht, 2017, Thomas Rehbein Galerie
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Quelle: Courtesy Thomas Rehbein Galerie, Copyright Pauline M'barek, Foto Simon Vogel
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Pauline M'barek, Relikte, 2017, abgegossene Sandloecher aus Gips, 80 x 50 x 50 cm
Pauline M'barek, Relikte, 2017, abgegossene Sandloecher aus Gips, 80 x 50 x 50 cm
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Quelle: Courtesy Thomas Rehbein Galerie, Copyright Pauline M'barek, Foto Simon Vogel
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Thomas Rehbein Galerie
Thomas Rehbein
Aachener Str. 5
50674 Köln
0049-221-3101000
mailto:art@rehbein-galerie.de

Thomas Rehbein Gallery was founded in 1995.
The artistic program encompasses a range of contemporary positions of narrative and conceptual art. The artists represented by the gallery reflect upon everyday experience and test the boundaries of art making use of several media: painting, drawing, sculpture, photography, video and installation. Their works have found entrance into various national and international museums and renowned collections.