Presseinformationen

Hier finden Sie die Pressemitteilungen zur ART COLOGNE.

09.03.17

ART COLOGNE präsentiert junge Kunst von 20 NEW POSITIONS

Das Förderprogramm "NEW POSITIONS" gibt jungen Künstlern seit 1980 die Möglichkeit, ihre Werke auf einer 25 Quadratmeter großen Sonderfläche neben den Ständen ihrer Galerien zu präsentieren. Finanzielle Unterstützung leisten die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, das Land Nordrhein-Westfalen, der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler sowie die Koelnmesse. Für die diesjährige ART COLOGNE (26.-29. April) hat eine Fachjury bestehend aus Christiane Baumgartner, Künstlerin, Eva Birkenstock, Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Daniel Völzke, Monopol-Magazin, Leitung Online, Priska Pasquer, Galerie Priska Pasquer sowie Lukas Minssen, Galerie Utermann insgesamt 20 junge künstlerische Positionen ausgewählt. Zusätzlich wird von der Deutschen Telekom der ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS ausgelobt. Der Preis beinhaltet eine Einzelausstellung in der Kölner Artothek.

Die NEW POSITIONS auf der ART COLOGNE bieten in diesem Jahr erneut in 20 Förderkojen ein weites Spektrum künstlerischen Schaffens: von Malerei über Fotografie, Objektkunst und Installation bis zu Video und Performance. Die Werke der jungen Künstler beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Phänomenen und politischen Entwicklungen, (re-)konstruieren Realität, reflektieren den Kunstbetrieb, zeigen standortbezogene Installationen und Interaktionen oder setzen sich kritisch mit den eigenen künstlerischen Ausdrucksmitteln auseinander.

Der französische Medienkünstler Clément Cogitore (Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart) arbeitet in seinen Filmen und Fotoserien mit der Kombination von dokumentarischem und erfundenem Material. Dabei geht es ihm um die Inszenierung und die Konstruktion von Wirklichkeit durch Bilder. Für die Fotoserie "Digital Desert" hat er im Atlasgebirge zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten Uniformen fotografiert, die aus einem Material gefertigt sind, das die Zielsuchsysteme von Drohnen nicht erkennen können. Die verstreut herumliegenden Hightech-Uniformen sehen aus, als handele es sich um die Überreste von Toten.

Skurrile Geschichten zwischen Fiktion und Dokumentation erzählen die Künstlerinnen Nicola Gördes und Stella Rossié (Galerie Jürgen Becker, Hamburg) und thematisieren in den gemeinsamen Filmen, die seit 2013 entstanden sind, Fragen nach der Identität unter dem Einfluss gesellschaftlicher Umstrukturierungen und der Medien. Mit Humor und spielerischer Leichtigkeit, mit präzisem Gespür für besondere Drehorte, Musik und Ton sowie mit aufwendigen Settings und pointierten Darstellungen der handelnden Personen liefern sie künstlerisch inszenierte Analysen beobachteter sozialer Handlungsmuster.
Mia Goyette (Galerie Luis Campana, Berlin) befasst sich in vielen Arbeiten mit den Spuren des Agierens des Menschen in Räumen, mit den Spuren des Zugriffs auf und der Veränderung von Objekten, die sie durch Neukombination, Reduktion oder Akzenturierung sichtbar macht und "dokumentiert". Ein häufig auftretendes Element sind aus Gießharz und Zement gefertigte Hände, die - losgelöst vom Körper - in ihrer Funktion als handelnde Instrumente auftreten.

Die Materialität der Farbe spielt eine Hauptrolle im Schaffen von Franziska Holstein (Galerie Klaus Gerrit Friese, Berlin). Unzählige Farbschichten, die auf den Malgrund gestrichen oder geschüttet, immer wieder teilweise ab- und wieder aufgetragen werden, überlagern sich in ihren Gemälden, an deren Rändern der aufwändige und langwierige Arbeitsprozess sichtbar wird. Eine eigene Werkgruppe bilden Collagen aus farbigen Papieren. Sie basieren auf geometrischen Formen und synthetisieren in Farbe, Form und Komposition formale Strenge und intuitiven Gestus.

Hedwig Houben (Galerie Fons Welters, Amsterdam) ist Bildhauerin und Performance-Künstlerin, die in ihren Auftritten ihr Selbstverständnis als Künstlerin und die Mechanismen des Kunstmarkts reflektiert. Als interaktives Projekt ist die Förderkoje geplant, die Houben mit einem Regalsystem ausstattet. Darin präsentiert sie eine Sammlung von Kopien und Modellen früherer Arbeiten, die täglich neu angeordnet wird. Die Arbeiten von Andreas Johnen (Galerie Jochen Hempel, Leipzig) setzen sich auf konzeptuelle Weise mit Papier als klassischem Trägermaterial und Aquarellfarbe als künstlerischer Ausdrucksform auseinander und schaffen in einem höchst konzentrierten, kontinuierlichen und langwierigen Arbeitsprozess sensible Objekte aus Pigment und gesättigtem Papier. Bis zu 140 Schichten Aquarellfarbe werden dabei aufgetragen und sind - bei gutem, natürlichem Licht und sich Zeit nehmender Betrachtung - intuitiv erfassbar in ihrer delikaten Materialität und Prozesshaftigkeit.

Mit einer minimal-ästhetischen Formensprache macht Sebastian Koch (Galerie Krobath, Wien) auf sich aufmerksam. Der Künstler bedient sich bei seinen Zeichnungen und skulpturalen Objekten im Raum einer speziellen Art der Kombinatorik, bei der unterschiedlichste Teile in verschiedensten Materialien modulartig zusammengesetzt werden.

Selbst gegossene Betonplatten dienen Jugoslav Mitevski (Petra Rinck Galerie, Düsseldorf) als Ausgangspunkt für Werke, in denen die spezifische Materialität des Betons und Malerei miteinander interagieren. Vorhandene Linien, Einlassungen, Lufteinschlüsse und Verdichtungen, die während des Gießens entstehen, werden in die Gestaltung einbezogen. Auf diese Weise entstehen komplexe, fein austarierte visuell-haptische Bildgefüge.

Tobias Nink (Galerie Heinz Holtmann, Köln) erschafft seine Objekte aus ausgedienten Möbelstücken, deren Bestandteile er zerlegt und neu komponiert, sodass sie ihrer gewohnten Funktion enthoben werden. Durch den Remix der vorhandenen Komponenten entstehen skulpturale Gebilde, die vertraut und fremd zugleich erscheinen. Die Wesenhaftigkeit der Werke wird durch Titel wie "The General", "Hoppe Hoppe Reiter" und "Totem" behauptet.

Der ungarische Konzeptkünstler Peter Puklus (Galerie Conrads, Düsseldorf) arbeitet in den Bereichen Fotografie, Installation und Performance. Er thematisiert in komplexen dreidimensionalen Collagen das Zustandekommen von fotografischen Motiven. Seine Bildserien sind Studien, Skizzenbuch und Erkenntnisreise zugleich, die formale Grenzen sprengen und den fotografischen Raum radikal erweitern. Puklus bewegt sich wie ein Regisseur durch seine Installationen, in denen er mit Formen, Licht, Schatten, Zeit und Raum experimentiert.

Architektonische Formen, die einem Modellbaukasten zu entstammen scheinen, bilden ein zentrales Motiv der Gemälde von Titus Schade (Galerie Eigen + Art, Berlin/Leipzig). In kulissenartigen Szenerien und setzkastenähnlichen Anordnungen entwickelt er Orte, die zwischen Modell- und Bühnensituation changieren. Auf seinen Bildern arrangiert er Versatzstücke der Realität zu einer in sich geschlossenen Welt, der eine barocke Lichtregie den Anschein des Mysteriösen und Beunruhigenden verleiht.

Die bildhauerischen Werke von Toni Schmale (Christine König Galerie, Wien) erinnern an Alltagsgegenstände, Geräte, Maschinen, Möbel oder Architekturdetails. Sie suggerieren dem Besucher eine Einladung zur Interaktion. Die Künstlerin verschiebt Dimensionen, Materialqualitäten und hinterfragt kritisch mittels ironischer Überzeichnungen gesellschaftlich anerkannte und festgesetzte Zuschreibungen. Das Interesse des Fotografen Arne Schmitt (Galerie Jacky Strenz, Frankfurt/Main) gilt der Architektur und dem Städtebau der Nachkriegszeit. In seinen Serien von Schwarz-Weiß-Aufnahmen gibt er sich als präziser Beobachter zu erkennen, der die Strategien der Politiker und Stadtplaner sichtbar macht.

Im Spannungsfeld zwischen Rauminstallation, autonomer Skulptur, Modell und Mobiliar bewegt sich das Schaffen von Andreas Schmitten (König Galerie, Berlin). 2013 schuf er "Ein Set für das Schmela Haus, Bar und Saal" und unterzog den minimalistisch-kühlen Bau mit selbstgebauten Einrichtungsgegenständen und farbigem Licht einer radikalen Verwandlung. In seinen raumbezogenen Inszenierungen erzeugt er eine ganz spezielle Atmosphäre und verbindet dabei Innen und Außen, Kunst und Wirklichkeit. Ralph Schuster (Galerie Linn Lühn, Düsseldorf) arbeitet vorzugsweise mit Buntstift und Beize auf MDF oder Holz. In seinen zumeist kleinformatigen Arbeiten kreiert er Bildwelten, die zwischen abstrakter Verfremdung und konstruierter Wirklichkeit changieren. In surreal angedeuteten Räumen kombiniert er figürliche und ungegenständliche Relikte, die sich einer Deutung entziehen.

Paul Spengemanns (Produzentengalerie Hamburg) für die Förderkoje konzipierter Film folgt weniger einem Narrativ, als dass vielmehr ein filmisches Nachdenken visualisiert wird. Das Atelier als Ort der Kunstproduktion wird selbst zum Gegenstand der künstlerischen Arbeit. Als geschützter Ort künstlerischer Produktion, kreativer Identität und Auseinandersetzung wird das Atelier konfrontiert mit kommerzieller Werbe-Ästhetik und kann zum Showreel werden.

Der Bildhauer Péter Szalay (acb Gallery, Budapest) arbeitet mit unterschiedlichsten Materialien, gelegentlich auch Fundstücken, die er überformt. In seinen Skulpturen und Installationen finden sich zahlreiche Verweise und Zitate aus der Kunstgeschichte; u. a bezieht sich Szalay auf die Readymades von Marcel Duchamp. Zwischen Collage, Malerei und Zeichnung, zwischen Raumerfahrung und Poesie changiert das vielschichtige Schaffen von Stefan Vogel (Galerie Fred Jahn, München). Der Künstler arbeitet mit unterschiedlichsten Medien, Techniken und Formaten, die von kleinen Glasserien bis zu raumfüllenden Leinwänden reichen; die sprachlich-poetische Ebene nimmt eine Schlüsselrolle ein. Das Betrachten und Erschließen des Werks wird zu einem komplexen Vorgang - etwa, wenn man eine Bodenarbeit betritt, die aus teilweise wackelnden Betonplatten und eingebetteten Zeichnungen besteht.

Die US-Amerikanerin Christine Wang (Galerie Nagel Draxler, Köln) bezieht in ihrer künstlerischen Praxis Stellung zu gesellschaftspolitischen Themen, denen sie sich mit unterschiedlichsten Mitteln annähert. Pappkartons, die sie mit hashtags in goldener Schrift bedruckt hat, verweisen einerseits auf Obdachlose, denen derartige Schilder als Bettelrequisiten dienen, andererseits nehmen sie Bezug auf die auf Stichworte reduzierte Internet-Kommunikation. Für eine Serie von Gemälden aus jüngster Zeit bedient sie sich der Bildsprache religiöser Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert. Kenny Wong (Pearl Lam Galleries, Hongkong) interessiert sich für die Erforschung visueller Muster, Bewegungen und Klangstrukturen. Seine kinetischen Installationen sind zwischen wirklichem und virtuellem Raum, zwischen Realität und Traum angesiedelt.

Mit Förderkojen auf der ART COLOGNE wurden bisher gefördert (Auswahl):

* Candida Höfer, 1981 - Konrad Fischer, Düsseldorf
* Erwin Wurm, 1982 - Galerie nächst St. Stephan, Wien
* Andreas Schulze, 1982 - Galerie Six Friedrich, München
* Günther Förg, 1983 - Galerie Max Hetzler, Köln
* Thomas Schütte, 1983 - Konrad Fischer, Düsseldorf
* Stephan Balkenhol, 1983 - Galerie Löhrl, Mönchengladbach
* Rosemarie Trockel, 1984 - Galerie Philomene Magers, Bonn
* Hans-Jörg Mayer, 1985 - Galerie Rudolf Zwirner, Köln
* Dirk Skreber, 1987 - Galerie Schmela, Düsseldorf
* Thomas Ruff, 1987 - Galerie Rüdiger Schöttle, München
* Thomas Demand, 1992 - Galerie Tanit, München
* Olafur Eliasson, 1994 - Lukas & Hoffmann, Köln
* Tracey Emin, 1994 - Jay Jopling/White Cube, London
* Martin Assig, 1995 - Dörrie*Priess, Hamburg
* Gregor Schneider, 1995 - Konrad Fischer, Düsseldorf
* Gunda Förster, 1996 - Wohnmaschine, Berlin
* Eberhard Havekost, 1997 - Galerie Gebr. Lehmann, Dresden
* Tal R, 1998 - Galerie Mikael Andersen, Kopenhagen
* Neo Rauch, 1999 - Galerie Eigen + Art, Leipzig/Berlin
* Mathilde ter Heijne, 2000 - Arndt & Partner, Berlin
* Martin Eder, 2001 - Galerie Eigen + Art, Leipzig/Berlin
* Esther Tielemans, 2002 - Galerie Akinci, Amsterdam
* Christian Hahn, 2003 - Galerie Sfeir-Semler, Hamburg
* Tatjana Doll, 2003 - Galerie Conrads, Düsseldorf
* Jorinde Voigt, 2006 - Galerie Fahnemann, Berlin
* Seb Koberstädt, 2007 - Luis Campaña Galerie, Köln
* Valerie Krause, 2008 - Galerie Heinz Holtmann, Köln
* Johanna Diehl, 2009 - Galerie Fiebach & Minninger, Köln


Ihr Kontakt bei Rückfragen:

Peggy Krause
Kommunikationsmanagerin

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