23.–26.04.2020

#artcologne2020

Herbert Bayer (1900 - 1985) malerei * grafik * skulptur * fotografie

Anlässlich des 100-Jährigen Bauhaus Jubiläums zeigt Galerie Suppan Fine Arts auf der Art Cologne 2019 eine Auswahl von Werken des Bauhaus Künstlers Herbert Bayer. Er gilt als einer der wichtigsten und bedeutendsten Protagonisten der Bauhaus Bewegung. Seine Arbeit kennzeichnet ein breites Spektrum von Malerei, Skulptur, Fotografie, Typografie und Werbegrafik bis hin zu Ausstellungsgestaltung und Architekturdesign. Malerei war für ihn jedoch ein zentrales Medium und Experimentierfeld.
Die Soloschau fokussiert die Malerei und Grafik ab dem Jahr 1925, als Herbert Bayer am Bauhaus in Weimar tätig war, bis zum Jahr 1970. Hervorzuheben ist eine Sammlung surreal - geometrischer Arbeiten aus den Serien Leaves und Windows von 1943 sowie der Brunnen "Primary Landscape" aus dem Jahr 1967, welcher im Oeuvre des Künstlers einzigartig ist. Diese aus Bronze gefertigte urbane Landschaft mit zehn Wasserspeiern war Bestandteil eines umfangreichen Landschaftsprojekts im Auftrag der Atlantic Richfield Co. für den öffentlichen Raum in Los Angeles, das jedoch nie zur Ausführung gelangte. Dieses Objekt ist voll funktionsfähig und demonstriert den Einfallsreichtum dieses österreichischen Künstlers, der seine Karriere nach seiner Emigration 1938 in die USA mit großem Erfolg fortsetzen konnte.

Kurzbiografie

Bayer studierte 1919 als Architekt in Darmstadt. Von 1921 bis 1923 besuchte er das Bauhaus in Weimar und belegte Kurse bei Wasily Kandinsky, Paul Klee und László Moholy-Nagy sowie auch einen Vorkurs bei Johannes Itten. Unter anderem lernte Bayer auch Typografie und schuf das Universal-Alphabet, eine Schrift, die nur aus Kleinbuchstaben besteht und damit die Signatur des Bauhauses wurde. 1925 wurde er von Walter Gropius ausgewählt die neu eingerichtete Werkstatt für Werbung, Design und Typografie zu leiten. Mit Josef Albers und Marcel Breuer bestimmte er die betont sachliche und funktionale Ausrichtung des Instituts bis 1928. Als Bayer, ebenso wie Gropius und Moholy-Nagy, das Bauhaus in diesem Jahr verlassen hatte und als freier Werbegestalter in Berlin arbeitete, konzentrierte er sich auf die Malerei als sein eigentliches künstlerisches Anliegen. Einen originellen, innovativen Beitrag leistete Herbert Bayer aber auch auf dem Gebiet der Fotomontage mit dadaistisch-surrealistischen Verfremdungseffekten und collageartigen Kombinationen.

1937 wurde Herbert Bayers Malerei in der Nazi-Ausstellung "Entartete Kunst" in München diffamiert. Mit seiner jüdischen Frau emigrierte er 1938 nach New York, wo er im Museum of Modern Art mit Walter und Ise Gropius die Ausstellung "Bauhaus 1919-1928" gestaltete. Sie legte den Grundstein für die Bauhausrezeption in den USA. Marcel Breuer, Josef Albers, Laszlo Moholy-Nagy und Lionel Feininger waren neben Bayer und Gropius zentrale Persönlichkeiten.

Bayers Kunst in Amerika hatte Anteil an der Umfärbung der Bauhausidee vom streng geometrischen Funktionalismus zur organisch - soziobiologischen Ausrichtung. Äußeres Kennzeichen dieses Wandels war die Aufnahme biomorphen Formenmaterials. 1946 ging er nach Aspen - Collorado als Gestaltungsberater des neuen Kulturzentrums. Inspiriert von Wissenschaftsillustrationen und meteorologische Darstellungen befasste er sich in Bilderserien der 40er Jahre mit der Veranschaulichung kosmischer Energien.

Aspekte der geometrischen Abstraktion waren Grundlage für zahlreiche Bildfolgen, wobei in jenen der 50er Jahre sein Naheverhältnis zur Architektur spürbar wurde. Inspiriert von den orientalischen Bauten der Marokkanischen Stadt Tangier und ihren leuchtenden Farben. Der experimentelle Umgang geometrischen Grundformen, wie Bayer sie im Vorkurs bei Itten gelernt hatte, gilt neben Einflüssen der zeitgenössischen Malerei in Amerika als Grundlage für seine Arbeiten der 60er und 70er Jahre im Bereich der geometrischen Abstraktion, hard edge painting, Op-Art und Minimal Art. Zahlreiche chromatische Arbeiten Bayers beruhen in ihrer Bildkomposition auf der Zahlenreihe nach Fibonacci - eine mathematische Annäherung an den Goldenen Schnitt. In der zeitgenössischen Kritik verglichen mit der Neuen Konkreten Malerei Max Bills - Schüler des Bauhauses in Dessau - und den Arbeiten von Victor Vasarely aus dem Bereich der Op-Art - Absolvent des von Sándor Bortnyk gegründeten Bauhauses in Budapest -, verwies Bayer selbst auf die grundlegende Bedeutung des Vorkurses.

Werke von Herbert Bayer befinden sich in den wichtigsten Museumssammlungen der Welt: Museum of Modern Art, New York; Metropolitan Museum, New York; Denver Art Museum, Denver; Tate Modern, London; Belvedere Museum, Wien; Lentos Museum, Linz; Mumok, Wien, Albertina Museum, Wien.

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